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Tödliches Wissen



Der Schuss

Der Wasserkocher fing langsam an zu brodeln. Ich trottete mit vom Vorabend noch matschigen Augen in die Küche, nahm mir eine Tasse und die schwarze Dose mit dem Instantkaffee aus dem Schrank und wartete noch kurz, bis das grüne Licht am Kocher ausging. Der Geruch, der beim Aufgießen des Wassers in meine Nase stieg, erinnerte mich daran, dass ich es immer noch nicht geschafft habe, mir ein Paket echten Bohnenkaffee aus der Kaufhalle mitzubringen. Ich rührte den Kaffe noch kurz um, schmiss den Löffel zu dem anderen Geschirr, das liederlich gestapelt und verkrustet in der Spüle lag, und nahm mir vor, nachher abzuwaschen, nach dem Wachwerden versteht sich. Mit der Tasse in der Hand versuchte ich dann ins Wohnzimmer zu kommen, ohne mir das heiße Zeug über die Hand zu kippen. Heute hatte ich Glück, der gestrige Abend hat mich nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass ich Balance halten konnte.
Im Bademantel setze ich mich an meinen Schreibtisch, fuhr den Rechner hoch und machte eine neue Schachtel Zigaretten auf. Der Aschenbecher quoll fast über, aber ich würde ihn nachher schon auskippen. Nun begann das übliche Prozedere: E-Mails checken, Nachrichten suchen und Börsenkurse kontrollieren: Es gab nichts Neues, der Ölpreis war immer noch hoch und die einzigen Mails waren Einladungen zu Penisverlängerungen mit neuartigen Methoden. Aus langer Weile spielte ich ein paar Runden Solitär, konnte mich aber nicht wirklich konzentrieren und gab nach drei missglückten Versuchen auf. Meinen guten Vorsatz, etwas weniger Gras zu rauchen, konnte ich noch nicht ganz umsetzen, hatte ihn aber noch nicht ganz vergessen.

Nachdem ich den Kaffee ausgetrunken und die zweite Zigarette ausgedrückt hatte, ging ich ins Bad um den Pelz in meinem Mund mit der Zahnbürste zu beseitigen. Im Spiegel sah ich, dass eine Rasur auch mal wieder fällig wäre, aber das hatte noch Zeit bis später, ich hatte ja heute nichts vor. Anschließend ließ ich den Bademantel fallen und stieg in die Dusche, drehte das heiße Wasser auf und genoss eine Zeit lang den warmen kräftigen Strahl auf meinem Körper. Das half meistens, auf die Beine zu kommen.
Dann suchte ich mir frische Klamotten aus dem Schrank, obwohl ich bei der nachmittaglichen Sommerhitze in meiner Wohnung auch gut und gerne nackt hätte rumlaufen können, doch dabei fühlte ich mich immer beobachtet. Die Fenster waren groß, und man konnte von der gegenüberliegenden Straßenseite hervorragend in meine Wohnung blicken. Anschließend riss ich alle Fenster auf, um die dicke Mischung aus kaltem Rauch und Schweiß aus der Wohnung zu bekommen. Am Wohnzimmerfenster blieb ich letztendlich an der Brüstung stehen und hoffte auf einen milden Windzug, der meinem Körper ein wenig Abkühlung geben sollte. Ich schaute auf die leere Strasse, die um diese Zeit wie ausgestorben wirkte, hörte dem Rascheln der Blätter zu und beobachtete dann mehr zufällig, wie zwei Autos in meine Straße einbogen.

Sie hielten ungefähr vor dem Nachbaraufgang direkt hinter einem anderen parkenden Auto. Die Türen des ersten Wagens wurden von innen aufgestoßen und es stürmten drei vermummte Männer mit Waffen in ihren Händen heraus, rannten auf den parkenden Wagen vor ihnen zu, rissen deren Fahrertür auf und zogen eine Frau heraus. Während zwei von ihnen ihre Waffen auf sie richteten, prügelte der Dritte auf sie ein bis sie am Boden lag, versetzte ihr dann einen Tritt, fluchte irgend etwas laut, was ich aber nicht verstand, spuckte einmal auf die Frau und gab den anderen das Kommando, wieder in den Wagen zu steigen. Sie knallten ihren Türen zu, und beide Wagen rasten mit quietschenden Reifen los und waren ebenso schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht waren.

Bevor ich registrierte, was überhaupt geschehen war, zog ich mir ein T-Shirt über und stolperte die Treppen im Hausflur herunter. Ich wollte der Frau helfen, doch als ich bei ihr ankam, war es bereits zu spät, sie atmete nicht mehr.


Idee zur Fortsetzung: Polizei kommt und stellt Fragen. Die Bilder dieser Tat und die Abscheu über die Brutalität gegenüber einer Frau rufen Gefühle in mir hervor, die ich bisher nicht kannte. Innerlich schwöre ich ihr Rache...
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Fortsetzungsvarianten:


Aufkommende Rachegelüste (castor am 06.01.2008 06:39:23)
Polizei und Krankenwagen kamen. Ich saß regungslos im Geschehen, bis mich Paul ansprach, ein alter Freund aus wilden Jahren, der nun bei der Polizei war, von dem ich lange nichts mehr gehört hatte. Ich sollte ihn morgen anrufen. Wieder in der Wohnung spürte ich Hass und tiefe Rachegelüste in mir aufsteigen. Lesen






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